1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Inhalt

Sächsische Bergparade, Historische Sächsische Berg- und Hüttenparade, Sächsischer Bergaufzug

Landesspezifische Bewerbung

Weihnachtlicher Bergaufzug anlässlich der »Zwönitzer Hutzentage« 2005: der Bergmännische Musikverein Jöhstadt-Grumbach e.V. Icon vorheriges Bild Icon nächstes Bild Icon Bild vergrößern

Weihnachtlicher Bergaufzug anlässlich der »Zwönitzer Hutzentage« 2005: der Bergmännische Musikverein Jöhstadt-Grumbach e.V.
(© Sächsischer Landesverband der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine e.V.)

Weihnachtlicher Bergaufzug anlässlich der »Zwönitzer Hutzentage« 2005: der Bergmännische Musikverein Jöhstadt-Grumbach e.V. Bergparade anlässlich des Marienberger Weihnachtsmarktes: erwachsene und jugendliche Unifomträger der Saigerhüttenkapelle Olbernhau in Aufstellung zum Abschlusszeremoniell 4.Sächsischer Bergmanns-, Hütten- und Knappentag 2012: Der Chores des Steinkohlenbergbauvereins Zwickau Auftaktbergparade zur Vorweihnachtszeit 2012 in Chemnitz: Frauen und Männer der Bergkapelle Thum Bergparade anlässlich des 513. Bergstreittages in Schneeberg: Bergkonzert aller teilnehmenden Bergkapellen zum Abschlusszeremoniell Große Bergparade zum 4.Sächsische Bergmanns-, Hütten- und Knappentag 2012:Uniformträger der Historische Berg- und Hüttenknappschaft Seiffen mit historischem Schauobjektv Bergaufzug zur öffentlichen Mettenschicht am Andreas Gegentrum Stolln Bergparade zum Marienberger Weihnachtsmarkt 2011: Uniformträger des Bergmännischen Musikvereins Ehrenfriedersdorf e.V. in Marschformation Bergparade zum Marienberger Weihnachtsmarkt: Uniformträger der Bergknapp- und Brüderschaft »Glück auf« e.V. Frohnau/Erzgebirge

Der Bergbau und das Hüttenwesen sowie die Montanwissenschaften haben in der sächsischen Landesgeschichte eine ganz besondere Bedeutung im Sinne der wirtschafts- und kulturgeschichtlichen EntwicklungSachsens seit dem 13. Jahrhundert und seiner daraus bis heute gelebten umfassenden Traditionen und Brauchtümer.

Seit dem 14. Jahrhundert haben sich die Bergleute in Bergbrüderschaften und Bergknappschaften, Hüttenknappschaften und Bergkapellen zusammengeschlossen und bildeten Standes- und Solidargemeinschaften. Der noch heute in den ehemaligen Bergbauregionen Sachsens, wie dem Erzgebirge übliche allgemeine Gruß der Bergleute »Glück auf!« hat hier ebenso seinen Ursprung wie eine Vielzahl anderer sich über viele Jahrhunderte entwickelnder bergmännischer Brauchtümer. Hierzu zählen u.a. die Herstellung, die Pflege und das Tragen eines gemeinsamen Bergmannshabits nach den unterschiedlichen Vorschriften verschiedener Jahrhunderte und entsprechend den einzelnen Bergrevieren.

1990 gegründeten Sächsischen Landesverband der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine pflegen heute circa 3.000 Mitglieder in 62 Mitgliedervereinen diese Traditionen. Die älteste ohne Unterbrechung bestehende derartige Vereinigung ist z.B. die Berggrabebrüderschaft Ehrenfriedersdorf, welche seit 675 Jahren existiert und vielfältigste Brauchtumspflege betreibt.

Ein wesentlicher Bestandteil der Brauchtumspflege ist dabei das Tragen der historischen Habits zu Bergaufzügen und Bergparaden. Ihre Entstehung haben diese in den gemeinsamen Kirchgängen der in den unterschiedlichen Bergmannsvereinigungen, Knappschaften und Brüderschaften organisierten Berg- und Hüttenleute, in dem seit dem 17. Jahrhundert zu unterschiedlichen Anlässen vor allem der Huldigung der Obrigkeit stattfindenden Bergparaden und Bergaufzüge und in Aufzügen zur Demonstration und Durchsetzung der Interessen der Mitglieder der Bergknapp- und Brüderschaften, wie dem seit 1492 stattfindenden Bergaufzug zum »Schneeberger Bergstreittag« (immer am 22.07., einem historischem Datum des gemeinsamen Aufmarsches Schneeberger Bergleute zur Vermeidung weiterer finanzieller Forderungen der Bergherren gegenüber den einzelnen Bergknappen).

Diese sehr öffentlichkeitswirksame Seite der Brauchtumspflege sächsischer Bergbautraditionen beruht dabei wie die heute noch getragenen historischen Bergmannsuniformen auf zum Teil jahrhundertealten Regularien und Bergzeremoniellen und werden durch die Teilnahme vieler Mitglieder der verschiedenen Traditionsvereine lebendig gehalten.

Dabei gibt es Bergparaden und Bergaufzüge, die durch den Sächsischen Landesverband organisiert werden, aber auch eine Reihe von Bergaufzügen, die regional begrenzt durch die örtlichen Mitgliedervereine organisiert und aufgeführt werden. Allen ist gemeinsam, dass sie langjährige und zum Teil eine mehrere hundert Jahre alte Tradition haben und zu festen Zeitpunkten im Jahr stattfinden. Die größte Anzahl an Bergparaden und Bergaufzügen findet alljährlich in der Vorweihnachts- und Weihnachtszeit statt. Auch hier liegen die Wurzeln zum Teil in den gemeinsamen Kirchgängen, zu den Bergmetten im Dezember, wobei eine Vielzahl der in der Gegenwart alljährlich zur Vorweihnachtszeit stattfindenden Bergparaden und Bergaufzügen eine Tradition in dieser Form erst seit ca. 50 Jahren hat.

Eine Besonderheit der sächsischen Bergaufzüge und Bergparaden ist dabei das Mitwirken traditioneller bergmännischer Musikvereine, deren Entstehung ebenfalls in der bergmännischen Tradition verwurzelt ist. Diese Berg- und Hüttenkapellen begleiten die aufziehenden Berg- und Hüttenleute ebenfalls in historischen Uniformen und spielen dazu die historischen und neueren Bergmärsche der einzelnen Reviere und Bergstädte. Dieses Zusammenwirken von Uniformträgern aller Berufsgruppen der Montanindustrie Sachsens mit bergmusikalischer Umrahmung und einem Bergzeremoniell mit Bergkonzert und musikalischer Bergandacht, sowie bergmännischer Aufwartung schließen die farbenfrohen und stimmungsvollen Bergparaden oder Bergaufzüge ab.

Sie gehören zum festen Bestandteil der bergmännischen Traditionspflege in Sachsen und haben mit ihrer großen Öffentlichkeitswirkung schon vor vielen Jahrzehnten diese Traditionen in alle deutschen Bergbaureviere übertragen. Ihren Ursprung haben sie aber ohne Zweifel und wissenschaftlich belegt in der bergmännischen Tradition Sachsens.

Bergparaden und Bergaufzüge ziehen heute zehntausende Besucher in die Bergstädte Sachsens, werden in allen Medien (Printmedien, TV, Rundfunk, Internet etc.) in der Öffentlichkeit dargestellt und sind letztendlich ein Bestandteil des Tourismuskonzeptes in Sachsen und speziell in der Region des Erzgebirges geworden.

Marginalspalte

Weitere Informationen

Kontakt

Sächsischer Landesverband der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine e.V., Dr. Henry Schlauderer, 1. Vorsitzender

  • SymbolPostanschrift:
    Chemnitzer Straße 8, 09599 Freiberg
  • geschaeftsstelle@bergbautradition-sachsen.de
© Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst