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Musikland Sachsen

Foto: Sächsische Staatsoper Dresden (Semperoper)

Sächsische Staatsoper Dresden (Semperoper)
(© SMWK)

Große Namen der Musikgeschichte sind untrennbar mit Sachsen verbunden. Dresden und Leipzig waren die Wirkungsstätten so bedeutender Komponisten wie Heinrich Schütz, Johann Sebastian Bach, Carl Maria von Weber, Robert Schumann, Felix Mendelssohn Bartholdy und Richard Wagner. Die Sächsische Staatsoper Dresden, die Semperoper, gehört zu den bedeutendsten Opernhäusern in Deutschland, in Europa und in der Welt. Sie ist der großen Dresdner Operntradition verpflichtet, die immer auch das zeitgenössische Musiktheater umfasste. Entsprechend ihrer internationalen Bedeutung und ihrem kulturpolitischen Auftrag arbeitet die Staatsoper mit Künstlern von nationalem und internationalem Rang zusammen.

Die Staatsoper hat ihr Domizil in der 1871-1878 errichteten, 1945 zerstörten und 1977 bis 1985 wieder aufgebauten Semperoper. Klangkörper der Staatsoper ist die Sächsische Staatskapelle. 1548 durch Kurfürst Moritz von Sachsen gegründet, ist sie eines der ältesten und traditionsreichsten Orchester der Welt. Heinrich Schütz, Johann Adolf Hasse, Carl Maria von Weber und Richard Wagner haben sie geleitet. Zahlreiche Komponisten schrieben Werke, die von der Staatskapelle uraufgeführt wurden bzw. ihr gewidmet sind. Heute gibt die Sächsische Staatskapelle neben den 260 Opern- und Ballettaufführungen rund 50 symphonische und kammermusikalische Konzerte in Dresden und spielt im Rahmen ihrer Tourneen in der ganzen Welt. Vom britischen Fachmagazin »Gramophone« wurde sie wiederholt unter die Top Ten der weltbesten Orchester gewählt.

Foto: Ensemble Staatsopernchor

Ensemble Staatsopernchor
(© Matthias Creutziger)

Weltbekannte Chöre

Im Leipziger Thomanerchor und im Dresdner Kreuzchor ist in Sachsen eine Tradition des geistlichen Chorgesanges lebendig, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht.

Thomanerchor

Foto: Thomanerchor

(© Gert Mothes)

Der Thomanerchor ist einer der berühmtesten Knabenchöre weltweit. Zusammen mit der Thomasschule und der Thomaskirche wurde er auf Initiative des Markgrafen Dietrich von Meißen im Jahr 1212 in Leipzig gegründet. Seine Bekanntheit als einer der ältesten Chöre überhaupt gründet sich auch auf der Leitung durch viele bekannte Musiker und Komponisten, beispielsweise durch Johann Sebastian Bach ab dem Jahr 1723. Die Thomaner sind nicht nur ein Chor, sondern eine Gemeinschaft: Die etwa 100 Jungen im Alter von 9 bis 18 Jahren leben gemeinsam im Thomasalumnat, ihrem Internat, und besuchen die Thomasschule, ein Gymnasium mit sprachlichem Profil und vertieft musischer Ausbildung.

Dresdner Kreuzchor (Kruzianer)

Foto: Kreuzchor

Kreuzchor
(© Matthias Krüger, Berlin)

Über sieben Jahrhunderte umfasst die Geschichte des Dresdner Kreuzchores. Sein weltweiter Erfolg und seine Berühmtheit erlangte der Knabenchor nicht nur durch sein einzigartiges stimmliches Zusammenspiel, sondern auch durch ein breites Repertoire. Es reicht von frühbarocken Werken des Dresdner Hofkapellmeisters Heinrich Schütz über die Chormusik des 19. Jahrhunderts bis zur Moderne. Heute leben ungefähr 150 Kruzianer im Alter von 9 bis 19 Jahren im Alumnat in Dresden und werden am Evangelischen Kreuzgymnasium ab der 4. Klasse bis hin zum Abitur unterrichtet. Die künstlerische Heimstatt des Dresdner Kreuzchores ist die Kreuzkirche. Die Gestaltung der Musica sacra für die Vespern und Gottesdienste entspricht seiner ursprünglichen Verpflichtung des Kreuzchores.

Tradition und Innovation

Mit etwa 20 Theatern und Orchestern zwischen Plauen und Görlitz hat das Bundesland Sachsen so viele musikalische Einrichtungen wie kaum ein anderes Bundesland. Im Erzgebirge, in der Oberlausitz, im Elbland, in Mittelsachsen und im Leipziger Umland pflegen die Bewohner althergebrachtes volksmusikalisches Brauchtum. Und im sächsischen Vogtland ist seit über 300 Jahren der Musikinstrumentenbau zu Hause. Sachsen darf für sich in Anspruch nehmen, das deutsche Musikland zu sein.

An 350 Unterrichtsorten werden heute in Sachsen über 40.000 Kinder und Jugendliche in Musikschulen unterrichtet, die über den allgemeinen schulischen Musikunterricht hinaus auf eigenen Wunsch eine spezielle Gesangs- oder Instrumentalausbildung bekommen. Die beiden sächsischen Musikhochschulen in Dresden und Leipzig führen den Weg der musikalischen Berufsausbildung weiter, die im 19. Jahrhundert mit der Gründung von Konservatorien begann. Als dritte musikalische Hochschuleinrichtung besteht in Dresden die Hochschule für Kirchenmusik.

Foto: Gewandhaus zu Leipzig, Gewandhausorchester

Gewandhaus zu Leipzig, Gewandhausorchester
(© Gert Mothes)

Die Oper Leipzig blickt auf eine über 300-jährige Geschichte zurück. Auch das Leipziger Gewandhausorchester und die Dresdner Philharmonie sind Glanzlichter, die auch international große Anerkennung finden. Zahlenmäßig kaum zu erfassen sind die vielen Kantoreien, Chöre, Musiziergemeinschaften und Laienmusikensembles in Sachsen. Deren Aktivitäten bilden die breite musikalische Basis, die eine institutionell so ausgeprägte musikalische Hochkultur erst möglich macht.

Mit etwa 60 jährlich stattfindenden Musikfestivals hat sich in Sachsen eine außerordentlich vielfältige und junge Szene herausgebildet. Etwa 950 Veranstaltungen an 370 Veranstaltungsorten pro Jahr gestalten das bunte kulturelle Angebot. Über eine Million Besucher werden dabei begrüßt. Das Leipziger Bachfest, die Dresdner Musikfestspiele und das Wave-Gotik-Treffen in Leipzig sind die wohl international bekanntesten Musikfestivals.