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Kulturpflege heute

Sachsens Bürger sind Kulturbürger. Mit Stolz verweisen sie auf ihre Kunstschätze, ihre Geschichte, historischen Bauten und die vielen Persönlichkeiten, die hier wirken oder ihre Spuren hinterlassen haben. Jedes Jahr werden Millionen Besucherinnen und Besucher vom Ruf sächsischer Kultur angelockt und erleben eine reiche Museums-, Theater- und Orchesterlandschaft.

Kultur ist identitätsstiftend und ein Markstein für gesellschaftliche Selbstvergewisserung und Orientierungspunkt für die Zukunft. Die reiche und vielfältige sächsische Kulturlandschaft gilt es daher zu bewahren und weiterzuentwickeln. Der Freistaat Sachsen und besonders das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst übernehmen für eine Vielzahl von kulturellen Einrichtungen und Projekten die Verantwortung: Neben den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden mit ihren 12 Museen vom Grünen Gewölbe bis zu den Neuen Meistern sind das auch die Staatsoper mit der Sächsischen Staatskapelle sowie das Staatsschauspiel Dresden.

Kulturelle Bildung

Bibliotheken, Theater, Museen und Orchester sind zum einen Bausteine einer kulturellen Infrastruktur eines Landes, zum anderen auch das Fundament demokratischer Bildungs- und Kulturarbeit. In der Verfassung des Freistaates Sachsen wird den sächsischen Bürgerinnen und Bürgern in allen Regionen die Teilhabe am kulturellen Leben garantiert. Doch um eine wirkliche gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe zu ermöglichen, müssen die Weichen schon in den Kindertagesstätten, Schulen und Jugendeinrichtungen gestellt werden.

Foto: Jugend musiziert

(© SMWK)

Die Kultureinrichtungen in Sachsen haben daher einen gemeinsamen zentralen Auftrag: Sie sollen einen nachhaltigen Beitrag zur kulturellen Bildung leisten. Über enge Kooperationen zwischen Museen, Bibliotheken, Schulen und Kindertagesstätten werden in Sachsen Kinder und Jugendliche an Literatur, Kunst und Musik herangeführt. Und eine breite und gute Bildung ist Voraussetzung, um den Zugang zu Kultur für alle Generationen und sozialen Milieus zu öffnen. Eine kulturpolitische Aufgabe mit besonderem Gewicht ist die Förderung der zeitgenössischen Kunst in allen Sparten einschließlich der Soziokultur.

Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

Eine gewichtige Rolle spielt die 1993 errichtete Kulturstiftung des Freistaates. Sie übernimmt seit 2005 die Förderung von Projekten mit überregionaler, landesweiter und internationaler Bedeutung in allen Sparten der Kunst und Kultur und leistet damit einen großen Beitrag zur kulturellen Vielfalt in Sachsen.

Gefördert werden künstlerische Aktivitäten aller Sparten, angefangen von Kompositionen oder Konzerten zeitgenössischer Musik über Lesungen, Dokumentarfilme oder Ausstellungen bis hin zu Tanz- und Theaterinitiativen. Außerdem vergibt sie Stipendien und unterstützt das Kunstschaffen durch den Ankauf von Werken zeitgenössischer bildender Künstler.

Die Zuwendungen werden von der Kulturstiftung auf der Grundlage einer eigenen Förderrichtlinie vergeben. Gefördert werden in Abstimmung mit den Kulturräumen und anderen öffentlichen Institutionen vor allem Vorhaben von überregionaler Bedeutung.

Ziel der Förderung ist die Schaffung von Voraussetzungen zur freien Entfaltung von Kunst und Kultur. Das gelingt insbesondere über folgende Wege: Entwicklung neuer künstlerischer Ausdrucksformen, nachhaltige Vermittlung von Kunst und Kultur, Förderung des künstlerischen Nachwuchses, Pflege des kulturellen Erbes sowie grenzüberschreitende kulturelle Zusammenarbeit. Die Kulturstiftung ist Beratungseinrichtung für sächsische Initiativen und Kulturinstitutionen.

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Das bundesweit einmalige Kulturraum-Modell

Kulturräume Sachsen

(© SMWK)

Farbe Kulturstadt  Kulturstadt

Farbe Leipziger Raum  Kulturraum Leipziger Raum

Farbe Sächsisches Elbtal  Kulturraum Elbtal-Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Farbe Lausitz  Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien

Farbe Erzgebirge  Kulturraum  Erzgebirge-Mittelsachsen

Farbe Vogtland  Kulturraum Vogtland-Zwickau

 

In Sachsen ist die Förderung von Kunst und Kultur als Staatsziel in der Verfassung verankert. Das seit 1994 geltende, bundesweit einmalige Kulturraumgesetz gibt diesem Verfassungsziel zusätzlich einen gesetzlichen Rahmen, um die Kultur zur Pflichtaufgabe der Kommunen zu machen und dabei den Freistaat aufgrund des Solidarprinzips mit in die Pflicht zu nehmen. Für die Kulturräume stehen 2017 und 2018 jeweils 94,7 Millionen Euro (2014 waren es noch 86,7 Millionen Euro) zur Verfügung.

Das Kulturland Sachsen wird in acht Kulturräume unterteilt: Zwei Landkreise bilden in einem ländlichen Kulturraum eine Zweckgemeinschaft, kreisangehörige Oberzentren und die Städte des Oberzentralen Städteverbundes können beitreten. Die drei kreisfreien Städte Chemnitz, Leipzig und Dresden bilden jeweils einen urbanen Kulturraum. Jeder Kulturraum erarbeitet im Konsens von Fachleuten und politischen Entscheidungsträgern eigene Förderrichtlinien und Bewertungskriterien für die Kulturförderung.

Über ein Umlageverfahren wird eine solidarische Finanzierung der Kulturangebote zwischen den kommunalen Gebietskörperschaften und dem Freistaat garantiert. Gekoppelt an die Finanzzuweisung des Freistaates im Verhältnis zwei zu eins wird durch die Landkreise eine selbst festgelegte Kulturumlage erhoben. Durch einen so genannten Sitzgemeindeanteil werden die Kommunen an den Kosten der Kulturangebote angemessen beteiligt.

Sorbische Kultur

Foto: Sorbisches National-Ensemble

Sorbisches National-Ensemble
(© Matthias Hultsch)

Schutz und Förderung der Sprache und Kultur des sorbischen Volkes sind in Sachsen Verfassungsauftrag. Die Kulturpflege der in der Lausitz traditionell beheimateten nationalen Minderheit wird über die Stiftung für das sorbische Volk sowie im schulischen und vorschulischen Bereich, im Hochschulbereich und dem Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien gefördert.

Gruppenfoto: Sorbisches Theater Bautzen

Sorbisches Theater Bautzen
(© PR Theater Bautzen)

Sächsische Baukultur

Teil der sächsischen Kulturlandschaft sind auch die vielen Schlösser, Burgen, historischen Stadtzentren und Parkanlagen. Schloss Augustusburg, Schloss Pillnitz, die Innenstädte von Meißen, Torgau, Bautzen oder die geschlossenen Gründerzeitgebiete auf dem Kaßberg in Chemnitz und in der Äußeren Neustadt in Dresden sowie zahlreiche Denkmäler – die Liste der sächsischen Baukultur ist lang. Der deutsch-polnische Landschaftspark »Fürst-Pückler-Park Bad Muskau« ist in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen worden und steht unter besonderem Schutz.

Foto: Blick vom Schlossturm

(© Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau)

Die Liste der sächsischen Baukultur ist lang, hier eine kleine Auswahl: